Hallo Ihr Lieben.
Ein wenig neues und sehr unterschiedliches Lesefutter habe ich heute für Euch.
Das erste ist ein Krimi, der im niederländischen Zeeland spielt, im beschaulichen Veere. So wunderschön Ort und Umgebung sind, so dunkel ist der Fall. Liv de Vries, nach einem tragischen Fall in der Großstadt, versetzt aufs Land, wird auf einen Vermisstenfall angesetzt. Zusammen mit der neuen Kollegin Noemi Bogaard begibt sich Liv auf die Suche. Doch schnell wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Was einfach aussieht, stellt sich natürlich vielschichtiger und kompliziert heraus. Der aktuelle Vermisstenfall führt zu einer anderen, älteren Vermissten. Einer jungen Frau, Esmer, aus dem Surinam, was bis 1975 noch Niederländisch Guyana war. Auch aktueller Rechtsextremismus scheint allgegenwärtig und warum sucht man überhaupt aus der rechten Szene den bewußten, vermissten Rob van Loon. Die Vergangenheit der deutschen Besatzung spielt in einem zweiten Erzählstrang auch eine wichtige Rolle. Der Fall bleibt unvorhersehbar und spannend und so mancher „guter Charakter“ entpuppt sich als „Miesling“. Die meisten Charaktere sind vielschichtig und gut durchdacht. Was leider etwas anstrengender zu lesen ist, sind die verschiedenen Erzählstränge. Ein „coosy Krimi“, wie ich sie sonst gern lese, ist dieser eher düstere Kriminalroman nicht. Aber wer gern spannende, aktuelle Krimis liest, ist hiermit gut beraten.
Dieser Titel wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt und daher ist dieser Beitrag als Werbung zu kennzeichnen

Ein ganz anderes Buch ist dagegen dieses:

Jeder, der schon einmal im einem naturkundlichen Museum war, hat sie schon einmal gesehen: Kuriositäten der Naturwissenschaft, Tiere von denen wir noch nie etwas gehört haben. Leider gibt es oft sogar einen Grund dafür. Oder habt Ihr schon einmal von der großen Stellerschen Seekuh gehört? Warum Ihr dieses Geschöpf nie kennen gelernt habt, liegt daran, dass sie schon kurz nach der Entdeckung ausgerottet wurde.
1741 ist der deutsche Arzt und Naturforscher Georg Wilhelm Steller im Nordmeer auf Expedition, unter Kapitän Vitus Bering. Der Name sagt uns sicher etwas mehr, als der des Forschers. Ein Seeweg von Asien nach Amerika soll gefunden werden. Dort macht Steller eine einzigartige Entdeckung: die Stellersche Seekuh. Hundert Jahre später geht es allerdings nur noch um das große Skelett.
Aber das Buch ist viel mehr. Mit ihrer schönen, aber unaufgeregten Sprache schildert uns die finnische Autorin von Besessenheit, ein unbekanntes, faszinierendes Tier zu entdecken (und es natürlich auch präsentieren zu können). Es geht um Wissenschaft(ler*innen), Forscher*innen und „das Wunder des Lebens“. Das Wunder, welches immer wieder Menschen antreibt, früher und heute. Besonders hat mir die „Expeditions Zeitlinie“ gefallen. Dieses Zeitalter der Entdeckungen, teils um jeden Preis. Diesen ersten Teil des Romans – übrigens ganz ohne wörtliche Rede – fand ich am Besten. Danach gab es auch mal etwas langatmigere Passagen.
Das Wesen des Lebens“ wurde mit dem Helsingin-Sanomat-Literaturpreis ausgezeichnet und wurde zu einem erfolgreichen, finnischen Debüt.

Sehr gut hat mir das, aus der Bücherei ausgeliehene Buch, über Caspar David Friedrich, „Zauber der Stille“, gefallen.
Unterteilt in die vier Elemente führt uns Florian Illies quer durch das Leben des Künstlers. Dabei springt er gekonnt zwischen den Zeiten hin und her. Denn auch die Bilder haben teils ganz eigene Geschichten. Keine Sorge, den Lesefluß mindert es gar nicht. Da kommen die besagten Elemente ins Spiel.
Ihr erfahrt, warum der Künstler Menschen irgendwann nur noch von hinten gemalt hat. Das er die Natur so geliebt hat. Oder wie der schüchterne Mann, der eigentlich nur malen wollte, trotzdem eine Familie gegründet hat. Warum seine Bilder unmodern waren und wie viele durch „Umstände“ zerstört wurden oder auch gerettet. Ein sehr schöner Schmöker, gerade jetzt in diesen warmen Sommertagen gut zu lesen. Erschienen im S.Fischer Verlag.

























