Von Sahara Staub, Kälte und Mondfinsternis

Hallo Ihr Lieben.

Nach den frühlingshaften Tagen kam Sahara Staub und Kälte und etwas Regen. Schon ein heftiger Wechsel, oder? Die Wetter App zeigt mir seit gestern an, dass es schneien soll, bzw dass der Schneefall aufhören soll. Aber es schneit nicht. Es regnet auch nicht (mehr).

Der Staub in der Luft bringt ja immer schöne Himmelsbilder:

Oder diesen Sonnenaufgang:

Wobei ich lieber da die Mondfinsternis, den sogenannten Blutmond, beobachtet hätte. Aber erstens ist es schon hell und zweitens hängen dicke Wolken am Himmel.

Der Samstag Morgen bringt dann rosarote Zeiten:

Andrea Zitronenfalterin fragt wieder Sonntagsfragen:

Frage 1: Welche Farbe ändert sofort deine Laune (nur diese Woche oder immer)?

Bunt mag ich es sowieso. Blau und Grün haben immer eine angenehme Wirkung auf mich. Und guckt mal, was beim Nachbarn frech die Blüten aus dem Pfirsichbaum klaut:

Frage 2: Wovon brauchtest du in dieser Woche gaaaanz viel?

Wärme!

Während ich den Beitrag schreibe, hab ich Feuerchen im Ofen brennen. Aber auch innere Wärme, gute Gedanken können gut gebraucht werden. Das ergeht sicher vielen gerade so. Der Übergang in den Frühling ziert sich etwas (absolut normal, aber wir sind die graue Kälte leid). Von der politischen Weltlage brauchen wir gar nicht erst anfangen. Aber es gab schon schlimmere Zeiten, wenn das einer beurteilen konnte, dann er:

„Wird’s besser? Wird’s schlimmer?, fragt man alljährlich. Aber seien wir ehrlich, Leben ist immer lebensgefährlich.“
Erich Kästner

(Und das hilft mir wirklich)

Einen Einblick in die Woche gab es am 12. Ich kann verraten, dass das Holz jetzt ausgetauscht ist.  Statt der ollen „Pressspankunststoff Teile“ ist jetzt Kiefer angeschraubt und das Bad duftet nach Holz. Aber es gilt noch aufzuräumen und sobald das neue Fenster drin ist, wird noch einmal (mindestens) Kalkfarbe gestrichen.

Der Jüngste ist mit seiner Klasse gerade unterwegs nach Tirol, leider etwas erkältet.

Und jetzt kommt doch wirklich Sonne raus!

Die wünsche ich Euch auch allen! Schönes Wochenende.

Verlinkt beim Samstagsplausch, Sonntagsfragen und der Galeria Himmelsblick

12 von 12 März 25

Hallo Ihr Lieben.

Es ist wieder der 12. eines Monats und Caro sucht wieder 12 Fotos von unserem Alltag.

Nach einer Nacht, in der ich leider wieder recht viel gelesen habe, brauche ich ganz schnell Kaffee, der Schatz auch. Und dazu ein Frühstück. Und auf dem Frühstückstisch steht kleine Deko (mit Osterhase, den ich zu Nicole schicke, die Osterhäschen und Eier diesen Monat sucht.)

Ach, ich liebe das (neue-alte) Väschen

Ich gehe mit dem Hund. Am alten Stall bleibe ich immer wieder gerne stehen. Oft sind aus der Ecke Fotos schon hier gelandet. Mit den Highland Kühen, mit Kaninchen, dem Blick Richtung Siebengebirge, Vögelchen… Leider haben irgendwelche…. 2 Fenster des Stalls kaputt geschmissen. Aber ich höre viele Vögel, sehe noch mehr und die App findet auch einige, nicht alle passen auf den Screenshot. Sozusagen über Nacht sind Anfang der Woche die Veilchen aufgeblüht, dafür verblühen jetzt die Krokusse.

Troll bekommt daheim Streicheleinheiten und Futter und dann schaue ich, da Mittwoch ist, bei Michaela vorbei. Immer lesenswert dort! Außerdem habe ich repariert mit der kleinen und großen Nadel. Und gestern einen Entwurf auf die Schnitzplatte gemalt. Vielleicht fange ich später noch an. Das Motiv habe ich schon lange vor zu schnitzen.

Wir brauchen neue Milch. Und ich finde Milch und Salat (und mehr) für heute Abend runtergesetzt.

Nicht vergessen, täglich zu gießen! Gerade die Gurkenvorzucht, welche just erst ihre grünen Blätter frisch herausstreckt, will gleichmäßige Wassergaben. Petersilie und Rucola werden bald umgepflanzt.

Schon lange wollen wir im Bad oben die Decke aus Pressplatten endlich rausreißen. Ich mache das heute. Was die Vorbesitzer alles versteckt haben da drunter. Leider bekomme ich die alte Gardinenschiene auch nicht heraus. Die Holzunterkonstruktion bleibt nämlich für die Kiefernbretter drin. Die Klammern hole ich später mit der Zange dann raus, dass sollte gehen. Die alten Platten sind nicht schimmelig oder sonst wie ekelig, es ist nur alles etwas verstaubt. Die Bretter gehen zum Fenster raus und werden dann klein gemacht für den Müll. Der Sohn hilft und zusammen geht das fix. Derweil klingelt es und ich bekomme meinen neuen Schnellkomposter geliefert. Alle, die es hier in den Baumärkten gab, waren viel zu groß, vor allem von der Bodenfläche her und der Gartenmarkt hatte gar keine Komposter (man verkauft lieber die teure Erde). Ich hoffe das, wenn ich unten drunter dichtes, doppelt gelegtes Gitter und Drahtgeflecht tue, der Deckel auch immer schön zu ist, der Besuch draußen bleibt.

Dieser hat auch eine Klappe um reifen Kompost zu entnehmen und einen sturmsicheren Deckel. Fix zusammen gesetzt (na ja, erst verdrehe ich ein Seitenteil).

Dann werden die Klammern mit der Kneifzange im Bad aus dem Holz geholt und ich sauge, nicht nur im Bad. Und sortiere aus und werfe weg.

Für das Abendessen:

Edit: irgendwie haben sich 2 Versionen des Beitrages überschritten und können gerade nicht miteinander. Ich habe ein neues Handy und das Linktool mag meinen neuen Browser nicht. Ich bitte um Entschuldigung, ich schreibe jetzt nicht alles haarklein wieder so nieder.

Ich schaue später bei Euch vorbei, gute Nacht und gute Restwoche

Verlinkt bei draussennurkaennchen und niwibo

Überlebenskampf der eigenen Art (auf Kosten anderer)

Hallo Ihr Lieben.

Ihr erinnert Euch noch, wie ich über den Kuckuck hier geschrieben habe? Fast jede*r weiß, dass dieser Vogel seine Eier in fremde Nester legt. Und dass der Jungvogel anschließend seine Konkurrenz, die eigentlichen Küken der Wirtsvögel, aus dem Nest wirft. Eine Überlebensstrategie, die nicht einzigartig in der Natur ist.

So manchem Naturliebhaber wird jetzt noch einfallen, dass es da doch auch eine Hummel mit ähnlicher Strategie gibt und die deshalb auch den Namen Kuckuckshummel trägt. Vielleicht kennt auch wer das Geheimnis der SCHLUPFwespen oder weiß, dass der Schmetterling „Wiesenkopf-Ameisenbläuling“ seinen Namen daher hat, dass er parasitär als Larve im Bau von Ameisen lebt.

Aber die Natur ist voll von diesen Überlebensstrategien. „True Crime in Nature“ von Farina Grassmann und dem Illustrator und Comic Zeichner Cornelis Jettke im Kosmos Verlag widmen sich sehr unterhaltsam diesem Thema. So viele Wege hat die Natur durch Evolution gefunden, das Überleben ihrer Art zu sichern.

Etwas reißerisch fand ich ja erst Titel und Cover. Fast hätte ich nicht in das Buch geschaut und damit ein unterhaltsamen Titel verpasst. Immer wieder überrascht Farina Grassman mit neuen Tieren und Pflanzen, die „kriminelle“ Wege gehen. Ihr letztes Kapitel finde ich in dem Zusammenhang dann ganz besonders wichtig, denn natürlich sind Tiere nicht kriminell,  dass sind unsere Begrifflichkeiten und Kategorien und schnell kann auch einmal der Täter zum Opfer werden. Diesen Hinweis hätte ich mir aber ab und an noch deutlicher in allen Kapiteln gewünscht.

Mit der „peppigen Aufmachung“ durch die durchweg rot-schwarzen frechen Zeichnungen erreicht das Buch sicher auch junge Leser und macht das Thema etwas leichter, genau wie die angenehme, unterhaltende Schreibweise. Wer gerne meine Projektbeiträge liest, findet hier passende Lektüre.  (Aber ich will mich da definitiv nicht vergleichen!)

Die Natur ist immer wieder überraschend und so werden wir sicher auch mit so manchem  Tier oder Pflanze hier überrascht.

Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt und ist somit als Werbung zu kennzeichnen.

Sonnige Märzwoche

Hallo Ihr Lieben.

Pünktlich zu Karneval kam die wärmende März Sonne hervor!

Viele Jecke im Rheinland sagen dann: “ De liebe Jott is en Rheinländer!“ Und für viele nicht Feiernde waren es vielleicht auch schöne Kurzurlaube.

Die Nächte sind noch richtig kalt, aber tagsüber ist so herrlicher, warmer Sonnenschein. Vor allem, wenn man noch nicht mit Wärme verwöhnt ist. Die Sonne läßt die ersten Frühlingsfarben doch gleich ganz anders leuchten, oder? Und das gleich früh morgens schon.

Die Vögel sind fleißig! Sie singen, bauen, verteidigen ihr Revier – oft schon zu zweit. Ach, dieses Gezwitscher! Ich nutze da gern auch eine App, denn zB das helle, hohe Gepiepe der Wintergoldhähnchen kann ich eigentlich nicht mehr hören. Aber wenn die App die kleinsten Vögelchen anzeigt,  schaue ich noch genauer und entdecke manchmal welche.

Ich singe nicht, aber hämmere laut und das auch gleich früh morgens

Auch der Bussard ist jetzt noch der/die fast unangefochtene König*in hier. Bald werden andere Raubvögel ihm diese Ecke streitig machen.

In einer Nacht habe ich einen Uhu gehört. Am Abend davor zogen weit oben im Dunkeln die Kraniche. Ja, ich weiß, ich sollte schlafen, aber das klappt nicht immer so. Wenn ich dem Vogelkonzert zuhören kann,  geht es mir auch nach den morgendlichen Nachrichten besser. Die Singdrossel übertönt sogar die Autos. Sie klingt gerade noch lauter als die Heckenbraunelle, die versucht das Rotkehlchen zu übertönt. Über mir turnen leise  Schwanzmeisen.

Edtit: Mein „Frühling ist da“ Foto für die Zitromenfalterin, die wissen wollte, „wie und wo wir den Frühling entdecken konnten“

Ein Foto zu Ihrer 2. Frage: “ Lieblingslektüre der Woche“ habe ich nicht, denn ich habe den 2. Band der „Baskerville Hall“ Reihe (Das Zeichen der 5) nachts am Tablet gelesen, wenn ich nicht schlafen konnte. Und schon wieder zurück gegeben,  da so spannend und durch. (Und ja, das ist was im Sherlock Holmes Kosmos)

Bienen, Hummelköniginnen und schon eine Holzbiene sind im Garten unterwegs. Sogar meine Märzbecher blühen, sie kommen nicht jedes Jahr.

Ach, der März ist einer meiner Lieblingsmonate.

Ein schönes Wochenende,  bevor wohl der Regen kommt.

Verlinkt beim Samstagsplausch und Blumenfreitag

Ochsenrufe im Schilf

Hallo Ihr Lieben.

Gesehen habe ich diesen Vogel noch nie. Aber letztes Jahr erschallte ihr besonderer Ruf einmal auf der Insel Öland, Schweden. Und das war und ist schon etwas Besondere, warum dies so ist, erläutere ich gern, denn heute geht es um Rohrdommeln.

Der wissenschaftliche Name lautet *Botaurus (übersetzt Brüllochse) stellaris* und sie gehören zur Familie der Reiher. Die Verwandtschaft sieht man auch sehr gut am Aussehen und durchaus an der Art der Jagd. Dommeln gibt es mit 14 Arten fast weltweit.

Ihr Federkleid ist perfekt an die Umgebung angepasst mit verschiedenen Brauntönen: hellbraun, dunkelbraun, etwas gelbbrauner und schwarzbrauner Zeichnung.

Im Gegensatz zum Graureiher, den die meisten von Euch kennen, hat sie einen gedrungenen Körperbau.

Herausstechend sind der kräftige, spitze Schnabel und die leuchtend gelben Augen, die ja auch für die Familie der Reiher charakteristisch sind. Die Stelzenbeine sind aber etwas kürzer, dafür kräftiger geraten. Die Männchen sind einige Zentimeter größer und ihre Brauntöne sind stärker hervorsteckend in der Farbe als die weiblichen Vögel.

Um die 80 cm und ein Gewicht zwischen 817 und 1.940 Gramm Körpergewicht (Männchen) lassen die Rohrdommel stattlich aussehen.

Ähnlich ihren Verwandten hat sie eine große Flügelspannweite von 100 bis 130cm.

Wir sehen sie tatsächlich selten, denn sie schafft es fast unsichtbar in den ausgedehnten Schilf- und Röhrichtbeständen zu leben. Vor allem ihre berühmte Pfahlstellung lässt sie mit ihrer Umgebung fast verschmilzen.

Eine Rohrdommel besiedelt vor allem Lebensräume in Wassernähe wie Seen, Teiche, Flüsse, Bäche und Feuchtgebiete. Sie bevorzugt ausgedehnte, nicht zu dicht zuwachsende Wasserflächen, die von Schilf- und Röhrichtbeständen geprägt sind. Außerdem ist sie lieber dämmerungs- und nachtaktiv (außer in der Fortpflanzungsphase). Der Vogel ist sehr störungsempfindlich.

Im Frühling ertönen dumpfer Balzruf, während der Paarungszeit und dieser ist kilometerweit zu hören, wie ein Nebelhorn. Nicht umsonst hat dieser Ruf ihr die volkstümlichen Namen wie Moorochse, Wasserochse und Mooskuh eingebracht. Ein tiefes „Buuuumb“ ist dann zu hören (Quelle: deutsche Vogelstimmen). Sobald ein Weibchen in der Nähe ist, präsentiert das Männchen stolz seinen mächtigen Kehlsack in einer ausdrucksstarken Balzpose.

Als sogenannte Standvögel mögen sie gern in ihrem angestammten Lebensraum bleiben. Als Kurzstreckenzieher im Winter ziehen sie auch aus kühleren in wärmere Gebiete. Entscheidend ist, dass das Wasser nicht großflächig zufriert.

Der Bestand in Westdeutschland ist leider weitgehend verschwunden. In Bayern gibt es einzelne Schutzgebiete, wie etwa das Charlottenhofer Weihergebiet, in welchem die letzten in Süddeutschland vorkommenden Rohrdommeln brüten, während es in Ostdeutschland noch einige hundert Brutpaare gibt – allerdings wohl auch in abnehmender Zahl.

Genau wie ihre Verwandten ernähren sie sich von Fischen, Fröschen, Amphibien und Reptilien, sowie kleinen Säugetieren und Vögeln. Sie fangen die Beute mit ihrem kräftigen, grün-gelben Schnabel gezielt und präzise. Fein gesägten Hornschneiden an der Schnabelspitze sind dabei sehr hilfreich. Auch Wasserinsekten, Reptilien und Vogelküken gehören durchaus zum Beuteschema. Geschickt und ruhig klettert sie durch das Schilf und suchet in der Dämmerung nach Nahrung, auch mal außerhalb des schützenden Röhricht. Denn vor allem zwischen den kräftigen Wassergräsern ist sie mit der gedrungenen Gestalt, dem kurzem Hals, sowie ihrer guten Federtarnung ein fast unsichtbarer Jäger.

In ihrer Brutzeit von März bis Juli sind sie jedoch stärker an Schilf- und Röhrichtbestände gebunden, um dort ihre Nester zu bauen und ihre Jungen aufzuziehen. Für den Nestbau werden Schilfhalme und andere pflanzliche Materialien aus der Umgebung verwendet. Die kunstvolle Verflechtung bietet Schutz vor Feinden. Das Weibchen ist an das Nest gebunden, dass Männchen verteidigt das Revier. Außerdem paart es sich nach Möglichkeit noch mit anderen Weibchen. Das dichte Röhricht ist der perfekte Schutz um bis zu 6 oliv bräunliche Eier zu legen. Die Brutdauer beträgt ca. 25 Tage und anschließend werden die Jungen ungefähr 30 Tage vom Weibchen betreut. Nach etwa 60 Tagen sind die jungen Küken dann „flügge“, lernen das Fliegen und werden selbständig(er).

Schon ganz junge Rohrdommeln (Küken) nehmen übrigens die Pfahlstellung ein. Sie wiegen sich sogar leicht hin und her, wie Schilf im Wind.

Aufgrund fehlender Daten ist die Lebenserwartung der Rohrdommel wohl nicht genau bekannt. Außerdem sind es immer weniger werdende Vögel, nicht nur in Deutschland, auch den anderen europäischen Ländern. Ihr Lebensraum schwindet massiv, beginnend mit den ersten Trockenlegungen der Sümpfe. Zusätzlich sind es Vögel, die sehr empfindlich auf jegliche Störungen reagieren. Und wir Menschen machen uns nicht nur räumlich breit, auch wollen wir immer mehr unberührte Natur erleben. Aber wir lernen auch:  Renaturierung und große Schutzzonen helfen bei Wiederansiedlung.

Zu ihren natürlichen Feinde gehören Greifvögel, Marderartige und Füchse. Aber auch ihr Platz als gefiederter Räuber in der Ökologische Nische nimmt durchaus eine wichtige Rolle in der Nahrungskette ein.

Insgesamt gibt es wohl in Deutschland etwas über 800 Brutpaare.

Wenn die „elterlichen Pflichten“ nachlassen, bleibt die Bindung zwischen den Familienmitgliedern trotzdem stark und die Jungvögel werden eine Weile von den Eltern begleitet und unterstützt.

Quelle: mein ‚großer Kosmos Naturführer Vögel‘

Mythisch sind die heimlichen Jäger in Volksmärchen und Sagen verankert, so zum Beispiel im deutschen Volksglauben als Wassergeist oder Riedgeist. Sie regen die Phantasie an und inspirieren Künstler und Schriftsteller.

Rohrdommel und Wiedehopf

Aus der Märchensammlung der Brüder Grimm


‚Wo weidet Ihr Eure Herde am liebsten?‘ fragte einer einen alten Kuhhirten. ‚Hier, Herr, wo das Gras nicht zu fett ist und nicht zu mager; es tut sonst kein gut.‘ ‚Warum nicht?‘ fragte der Herr. ‚Hört Ihr dort von der Wiese her den dumpfen Ruf?‘ antwortete der Hirt, ‚das ist der Rohrdommel, der war sonst ein Hirte, und der Wiedehopf war es auch. Ich will Euch die Geschichte erzählen.
Der Rohrdommel hütete seine Herde auf fetten grünen Wiesen, wo Blumen im Überfluß standen, davon wurden seine Kühe mutig und wild. Der Wiedehopf aber trieb das Vieh auf hohe dürre Berge, wo der Wind mit dem Sand spielt, und seine Kühe wurden mager und kamen nicht zu Kräften. Wenn es Abend war und die Hirten heimwärts trieben, konnte Rohrdommel seine Kühe nicht zusammenbringen, sie waren übermütig und sprangen ihm davon. Er rief ‚bunt, herüm“, (bunte Kuh, herum), doch vergebens, sie hörten nicht auf seinen Ruf. Wiedehopf aber konnte sein Vieh nicht auf die Beine bringen, so matt und kraftlos war es geworden. ‚Up, up, up!“, schrie er, aber es half nicht, sie blieben auf dem Sand liegen. So gehts, wenn man kein Maß hält. Noch heute, wo sie keine Herde mehr hüten, schreit Rohrdommel ‚bunt, herüm,‘ und der Wiedehopf ‚up, up, up!‘

Weitere literarische Vorkommen:

G.G. Marques, Die Nacht der Rohrdommel

Beschreibung der Atmosphäre auf dem Blocksberg in Goethes Faust I – mit Rufen der Rohrdommel.

Sherlock Holmes/Hund von Baskerville – die unheimlichen Schreie der Rohrdommel im Moor –

Der „Taugenichts“ beschreibt im Roman von Eichendorff einen Vergleich zur Rohrdommel: „Ich aber saß wie eine Rohrdommel im Schilfe eines Weihers im Garten und schaukelte mich auf dem Kahne,…“

Der Asteroid Stellaris ist nach ihrem lat. Namen benannt.

Interessanter, lesenswerter/hörenswerter Bericht in *Spektrum der Wissenschaft* über den markanten Ruf!

Ich hoffe, der Ausflug mit diesem Projekttiere in das Schilf hat Euch gefallen. Verlinkt wird der Beitrag vor allem bei der Zitronenfalterin und auch bei: Magic Crafts, Creativsalat und dem Samstagsplausch

Ps: Weitere selbstgemachte Bilder folgen