Wache auf langen Beinen und mit Degen

Hallo Ihr Lieben.

Diesen Vogel habt Ihr vielleicht mit etwas Glück schon mal in einzelnen Gebieten Deutschlands, an den niederländischen oder skandinavischen Küsten gesehen. (Sein Verbreitungsgebiet ist von Europa bis Sibirien.) Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering, denn der Vogel ist vom Aussterben bedroht. Eine Madame oder einen Kavalier mit lautem Gesang (deutsche Vogelstimmen) mit einem Degen und auf langen, eleganten Beinen.

Sie ist der größte Vertreter der Watvögel in Europa. Auf hohen Beine und dem langen, stark nach unten gebogenen Schnabel ist er/sie perfekt angepasst. Ja, der weibliche Vogel ist etwas größer und hat den längeren Schnabel. Tatsächlich kreuzen sie wirklich ab und an die Schnäbel wie Degen, aber nicht kämpferisch!

Es geht diesmal im Jahresprojekt um den Brachvogel, auch Großer Brachvogel, (Numenius arquata) zugehörig zur Familie der i.R. langbeinigen und langschnäbeligen Schnepfen (Scolopacidae) und zur Ordnung der Schnepfen-, Möwen- und Alkenvögel (Charadriiformes). Der deutsche Name zeigt uns gleich, wo er lebt: Brache oder mittelhochdeutsch „Bracke“, Land das unbestellt ist, da es zB Moor war oder wg. andere schlechter Bodequalität nicht nutzbar.

Als Bodenbrüter trifft man ihn in Feuchtwiesen und anderem extensiven Grünland. Seine Geschichte hängt stark mit der Landwirtschaft zusammen. Sie sind ziemlich standorttreu und sollte zB „seine“ Wiese nun ein umgebrochener Acker sein, brütet er trotzdem dort. Mit dem langen Schnabel stochert er nach Kleintieren. Gern sucht er sich feuchte Gegenden aus, mit ihrem reichhaltigen Nahrungsangebot. Er frisst bevorzugt Wirbellose aus dem oberen Boden und von der Oberfläche, wie Regenwürmer, Asseln, viele Insekten, kleine Weichtieren, im Watt auch kleine Krebstierchen. Der Schnabel fungiert auch als Tastorgan, er ist nämlich vorne erstaunlich weich und flexibel. Er kann tatsächlich die Spitze des oberen Schnabels bewegen und so die Beutetiere wie mit einer Pinzette ergreifen. Das dieser besser in weichem und feuchten Boden geht, könnt Ihr Euch sicher denken.

Natürlich übersieht man den Vogel trotz Größe Dank seines braungeflecktem Tarngefieder. Er ist rund 50 cm hoch, die Flügelspannweite liegt bei etwa einem Meter. Sein Markenzeichen, der gebogenen Schnabel, ist bis zu 16 cm lang.

Nach seinem umwerbenden, wunderschönen Gesang in der Luft und der Verbeugung vor der Partnerin, bauen sie ein Nest, meist in niedriger Vegetation und muldenförmig am Boden. Frühestens Ende März legt sie 2 bis 5 bräunliche – grünliche Eier, mit dunklen Flecken. Die Brutzeit  beginnt mit dem letzten Ei und dauert 27 bis 29 Tage. Die Küken schlüpfen recht zeitgleich und sind Nestflüchter. Mit 5 Wochen sind sie dann flügge. Ersatzgelege bei Zerstörung der ersten Brut kommen besonders im intensiv bewirtschafteten Kulturland mitlerweile leider häufiger vor und sind iR nicht mehr erfolgreich. Das liegt aber nicht unbedingt an seinen Fressfeinden.

Als Bodenbrüter verlässt sich der Vogel erstenmal auf seine Tarnung. Reicht diese nicht aus, rufen sie laut und gehen auch zur aktiven Verteidigung über. Auf der Wacht steht der Vogel gerne auf einem Zaunpol zur besseren Sicht. So wachend haben wir vor Jahren einen in Schottland an der östlichen Nordseeküste gesehen.

Während der Brutzeit sind Brachvögel paarweise unterwegs und territorial. Sonst sind sie gern in Gruppen. Auch kurz vor der Paarungszeit treffen sich die Partner erst im Schwarm. Nach der Brut finden sich oft wieder die Schwärme zum Mausern am Wattenmeer.

Seine zwangsweise Kulturfolge hat ihm nur eine Verschnaufpause gebracht, (bis Mitte des 20. Jhd.) aber leider kaum Nachkommen. Dafür sind maßgeblich der Umbruch von Brachland (Bebauung, Zerschneidung der Flächen, Pestizide) und die Intensivierung der Landwirtschaft verantwortlich, denn der Vogel braucht ein großes Gebiet und ist Standorttreu. Auch wenn Spaziergänger vom Weg abweichen, Hunde oder Katzen die Brut stören, kommt es ggf. zu einem Misserfolg, denn da ist er sehr störungsanfällig, wie viele Bodenbrüter. Er versucht zwar oft eine zweite Brut, aber bekommt seinen Nachwuchs nicht hoch, da zB geerntet wird oder geeggt.

Auch sinkt in vielen Grünflächen der Grundwasserspiegel, entweder durch Trockenlegung, starke Nutzung des Wassers oder Klimawandel.

älteres Aquarell von mir
(aus meinem niederländischen Buch „Polder“, welches mittlerweile auch auf Deutsch gibt: „Unser wildes Zuhause“)

Es gibt auch Durchzügler welche hier „übersommern“ und aus den nördlichen Ländern  verweilen. Die heimischen Vögel überwintern dagegen als Zugvögel u.A. in Frankreich,  Portugal und Spanien, aber auch Irland, seltener sogar im nördlichen Afrika. Er ist ein durchaus eleganter, schneller Flieger (ca 70km/h). Auch im Überwinterungsgebiet sind die Vögel gerne standorttreu und die Paare treffen sich dort oft. Die Jagd wurde auf die Vögel schön länger eingestellt, nur an der französischen Atlantikküste gab es noch eine „nachhaltige“ Bejagung, die aber mittlerweile Dank Proteste auch untersagt wurde.

Milchtütendruck von mir

Die großen Vögel können bis zu 30 Jahre alt werden.

Im 19. Jhd. gab es den Mythos vom „Pfeiffer“. Bergleute, Arbeiter und Seeleute weigerten sich zu arbeiten, wenn sie nachts die unheimlichen Rufe Verstorbener hörten. Was sie tatsächlich gehört hatten, waren die lauten Rufe der Brachvögel. Diese verhalfen ihm auch zum eher unrühmlichen Volksnamen „Mördervogel“. 

Und doch, kaum ein Vogel steht so für unberührte, große, freie Flächen, für Freiheit und Schönheit der Natur. Hoffentlich helfen die Schutzmaßnahmen,  ihn noch einmal, dass er das Ideal weiterhin für uns verkörpert.

Verlinkt bei Andreas Linksammlung unserer Jahresprojekte, Magic Craft

Große Kleine

Hallo Ihr Lieben.

Hattet Ihr eine schöne Woche?

Bitte entschuldigt, es war ruhiger hier. Neben einem Infekt fehlte auch einfach die Zeit!

Ich mag unseren Sommer hier im Rheinland gerade sehr.

Ein Baumläufer, wer findet ihn?

Die Zitronenfalterin aka Andrea hat wieder zwei Foto Fragen an uns: Frage 2: Ein tierisches Foto ? Über den Baumläufer habe ich mich mehrfach diese Woche sehr gefreut. Auch den Sperber und die jungen Zilpzalps und Meisen waren eine große Freude!

Morgenstunden mit dem Hund

Viel Interessantes zu berichten über die Woche gibt es nicht wirklich. Dinge nachholen war vor allem angesagt und den Sohn etwas unterstützen (die grüne Farbe, die jetzt ein Teil seines neuen Zimmers ziert, mag ich vielleicht auch in seinem alten Zimmer – mein neues demnächst)

Gerne möchte ich Euch aber ein wunderbares Buch vorstellen:

Kleine Große: „Im Schatten von Giganten“ von Jasmin Schreiber.

Eine absolute Leseempfehlung für alle, welche gern etwas genauer hinschauen, wenn sie in der Natur unterwegs sind.

Von Jasmin Schreiber habe ich Euch schon einmal ein Buch, welches ich geschenkt bekommen habe, vorgestellt, –> hier.

Die Bestsellerautorin, die meisten werden sie eher durch ihre Romane kennen, ist Biologin, Sachbuchautorin, Fotografin, Podcaster, Künstlerin und vieles mehr.

Ein besonderes Anliegen ist ihr das Verborgene, Unbekannte, manchmal für den Menschen vielleicht auch Abstoßende unter den kleinen Lebewesen. Vor allem das, was kaum einer kennt will sie uns näherbringen. Mit treffenden Fotos und hervorragender Auswahl zeigt sie uns nicht nur besondere Insekten mit skurrilen Lebensweisen, sondern auch was in einer Pfütze, Totholz oder Moos lebt. Tiere, die uns lästig sein können, haben vielleicht in der Natur genau deswegen ihren Platz. Pilze sind nicht nur zum Essen da und Moos nicht nur schön als Dekoobjekt.

Vielleicht passend dazu und da ich über mich bei der Entdeckung gelacht habe:

Frage 1: Über was musst du lachen ?

Überraschung, ich bin kein Blütenblatt oder Schmetterling, wie Du vermutet hast,  als Du „nur so“ geschaut hast.


Das Buch ist definitiv eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Liebeserklärung an all die kleinen Giganten, wer danach nicht mal häufiger genauer hinschauen, wenn er in der Natur unterwegs ist, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen  😉.
       

(Der Titel wurde mir vom Kosmos Verlag zur Verfügung gestellt und somit ist der Text als Werbung zu kennzeichnen. Meine Meinung hat das nicht beeinflußt)

Ich liebe ja Korbblütler sehr! Gerade mag ich sie am Liebsten auf der Wiese jeden Morgen bewundern. Wie schwebende Wolken im Grün.

Oder Wegwarten Schiffchen im Grün-Weiß

Danke liebe Nicole, für Deine lieben, maritimen Grüßen.

Ein schönes Wochenende Euch allen.

Verlinkt beim Samstagsplausch und der Zitronenfalterin.

Schwarze Superbeeren und rennender Hase

Hallo Ihr Lieben.

Superfood, ein modernes Wort für gesundes Obst und Gemüse, meist aus dem Ausland, was uns zum Kaufen animieren soll. Aber es gibt „super gesunde heimische Alternativen“.

Dazu gehört auch die schwarze Johannisbeere, eine meiner Lieblingsbeeren. Lecker, Cassis! (So das französische Wort für die Beeren und auch den Sirup,  den man für viele Leckereien brauchen kann)

Diese kleinen Beeren strotzen vor Vitamin C, er ist dreimal so hoch wie der einer Zitrone (175 mg pro 100 g ) und sie sind reich an Ballaststoffen. Eine größere Mengen an Eisen und Kalium und Ballaststoffe in den Johannisbeeren sind super für eine gesunde Verdauung. Ihre Gerbsäure kann sogar die Darmwände beruhigen und Durchfälle lindern. Früher wurde der Saft auch bei Halsweh genutzt, ähnlich wie der Holunderbeerensaft. Das ganz besondere an dieser fast schwarzen Beere ist nämlich der Pflanzenfarbstoff, der in der Schale der Beeren enthalten ist. Als „Anthocyan“ gehört er zu den sekundären Pflanzenstoffen und wirkt antibakteriell und ist gut für den Zellschutz und das Herz. In der Pflanze sind sie für den Sonnenschutz verantwortlich. Übrigens kann man auch die Blätter als Halstee und gegen Harnbeschwerden verwenden. Einfach sammeln, wenn die Sträucher bei oder kurz nach der Ernte beschnitten werden müssen (vielleicht mit Brombeerblättern zusammen, die ähnliche Wirkstoffe enthalten und entzündungshemmend sind)

Leider geben die Sträucher der schwarzen Johannisbeeren nicht ganz so viele Beeren, (die gleichzeitig reifen) wie rote oder weiße. Aber dafür haben diese Beeren ein Aroma! Eines, welches beim Kochen noch besser wird. Hach, ich liebe es!

Vier besondere Gläser

Lasst Euch nicht vom Geruch der Pflanze abschrecken. Vielleicht wurde die Pflanze deswegen erst im Mittelalter kultiviert, da entdeckte man ihre Heilfähigkeiten.

Auch die Blätter können als Tee gegen Halsweh getrocknet werden, lt. Karin schmecken die jungen Blätter am Besten, ist für das nächste Jahr notiert

Nun zu dem angekündigten Linoldruck, dem rennenden Hasen. Meist schnitze ich ja in Gummiplatten, aber manche Motive mag ich lieber in klassische Linolplatte schnitzen. Ich glaube nur, diese ist etwas brüchig, die bewußt stehengelassen Stege lösen sich teils. Aber der mit kräftigen Beinen ausholende Hase sollte Bewegung ausstrahlen und etwas stilisierte Wiesen haben.

etwas Stempelfarbe wg. mögicher Korrekturen

Ich wollte schon länger eine englische Farbe auf Ölbasis ausprobieren.

Diese Farbe ist schön zäh und nicht so schnell trocknend. Genau wie es zur Verarbeitung auf der Linolplatte sein sollte!

Es geht los

Erster Test

Ich habe ein feines, aber vielfach geflickt Leinentrockentuch, da kommt der erste Druck noch dazu.

Und jetzt zum Ocker etwas Sepia hinzu und auf gute Tücher für den kleinen Marktplatz hier auf dem Blog, zum Verkauf, sobald trocken und gebügelt:

aufmerksamer Blick

Vintage Leinen

Ich werde mutig und testen einen kleinen Stempel, wunderbar.

Schon länger wollte ich mal wieder einen richtigen Linoldruck machen und bin froh, dass ich es gemacht habe.

Vintage Halbleinen

Jetzt trocknen die „schnellen Hasen“ überall im Wohnzimmer.

Habt eine schöne Woche Ihr Lieben.

Link: magic craft und creativsalat

Sonniger Samstag, 12 von 12 im Juli.

Hallo Ihr Lieben.

Caro vom Blog „draußen nur Kännchen“ sammelt wieder unsere 12 Alltagsbilder in Ihrer Linkparty,  da treffen sich ganz viele Blogger*innen:

Natürlich, so ziemlich das Erste, was ansteht ist der kleine Hundegang.

Die allerersten Brombeeren werden reif. Diese stehen direkt am Zaun und man kommt auch nur an die oberen ran, aber immerhin, 4-5 schmecken richtig süß schon, 2 noch sehr sauer.

Daheim, der Schatz hat dem Hund Futter gemacht. Bei einem Kaffee schaue ich in den WordPress Reader und lese.

Wer hat das mit dem Kotbeutelspender geschafft?

Es ist noch bedeckt und leicht schwül warm. Eine Schnitte essen, aufräumen, etwas Wäsche, später den Tisch zum Teil freiräumen:

Gestern ist meine neue Farbe gekommen und ich will sie unbedingt ausprobieren mit dem neuen Linolschnitt. Ich bin begeistert. Die Drucke trocknen draußen und ich zeigen Euch bald die Ergebnisse, habe auch für den kleinen Marktplatz gedruckt!

Ich möchte einige Blätter für Tee trocknen, schwarze Johannisbeere aus dem Garten. Gegenüber schaut ein Halsbandsittich, warum bei den Nachbarn die Elstern schimpfen.

Wäsche 😉

Es gibt ein schnelles Mittagessen aus dem Airfryer und weil es so schnell gehen soll, vergesse ich auch Fotos, aber Ihr habt schon mal Pommes gesehen, denke ich.

Wir wollen nämlich noch ins Kino nach Bonn. Und ja, in die Nachmittagsvorstellung und ja, in Superman und nein, nicht zum Jubiläumsfest der T.

Film hat uns alle sehr begeistert, gute Geschichte, gute Akteure!  Ein Teil bleibt in der Stadt, da verabredet, der Rest fährt heim.

Und gegen den späten Hunger wird ein gut belegtes Brot gemacht, lecker. Noch mal schauen, ob ich gießen muss, aber heute war es nicht so heiß (ein sehr angenehmer Sommertag). Eine dicke Hummel befruchtet netterweise gerade die Gurken.

Nur müde bin ich schon ziemlich. Ich glaube, heute ruft früh Buch und Bett.

Euch allen ein schönes Wochenende!

Impressionen aus Zeeland

Hallo Ihr Lieben.

Wir waren ja nun schon ein paar Mal in Zeeland, in den Niederlanden. Mit einem alten Hund, der nicht mehr so kann, macht man eher einen ruhigen Urlaub. Aber das Schöne, man entdeckt (trotzdem) immer wieder Neues, Schönes.

Nicole sucht gerade „Deine Reise, Deine Story“:

Trotz der intensiven Landwirtschaft sieht und hört man hier viel Natur, vor allem Vögel. Über unserm Platz und den angrenzenden Feldern kreisten immer wieder Rohrweihen.

Fast jeden Tag hörten wir die Hohltaube(n) in den Pappeln unweit des Chalets und an einem Abend sogar kurz einen Pirol. Gesehen haben wir eher Wasservögel. Aber einmal stand ich mit dem Rad unter einem kleinen Schwarm pipender Schwanzmeisen.

Natürlich waren wir auch wieder in den Städten unterwegs. Ich hab mal weniger „Sehenswürdigkeiten“ für Euch, …

Middelburg

Goes

Vlissingen

Loverendale Ter Linde (keine Werbung, hier gibt es leckeres Sauerteigbrot und noch viel mehr) Biobauernhof mit Laden, Café,  Bäckerei, Campingplatz, … Und ja, da kann man den Bäcker*innen zusehen.

Für Kinder gab es nicht nur eines meiner Lieblingsbilderbücher (ins NL übersetzt natürlich), dass musste ich einfach verewigen.

Ein Geburtstagsgeschenk wurde begonnen

Und natürlich das Meer!

Alpaka Wandern gibt es auch am Meer, wobei mehr Fotos und Filme gemacht wurden, als Schritte.

Wir haben in diesem Urlaub das Glück gehabt unsere lieben Freunde, die in den Nordniederlande waren, auf ihrer Rückfahrt zu treffen. Wir sehen uns nämlich viel zu selten. Einen lieben Gruß gen Süden 😘

Wenn Ihr gerade unterwegs seid, eine schöne Reise. Wenn Ihr noch los wollt, viel Vorfreude und wenn Ihr schon wieder da seid, schöne Erinnerungen.

„Smell the sea, feel the sky. Let your soul and spirit fly.“

Van Morrison