Über einen besonderen Strauch und was Ihr aus der Frucht machen könnt

Hallo Ihr Lieben.

Erzählt, dass ich Kornellkirschen verarbeiten wollte, habe ich ja schon. Heute nun endlich ein bisschen mehr Infos:

Wenn Ihr Früchte, Blumen, Pilze und Kräuter erntet, vergewissert Euch immer, dass Ihr mit der Bestimmung richtig liegt!

Kornelle, Herlitze, Dirlitze, Hirlnuss oder Dirndl werden sie auch genannt. Sie geriet, wie viele andere wilde Obstsorten, im Laufe des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Hildegard von Bingen war schon ihre Heilwirkungen bekannt. Eine kleine Renaissance erlebt sie seit einiger Zeit wieder. Die Kornelkirsche passt nämlich auch als Strauch (bis hin zu einem Baum kann sie langsam wachsen), gut in einem nauturnahen Garten und in die Klimaveränderung, da sie warme Hanglagen liebt. (Ich habe noch einige Kerne, wenn jemand Interesse hat, sie wachsen pro Jahr ca. 30cm und können auch beschnitten werden)

Es gibt verschiedene Hartriegel, (eben auch giftige), hier geht es um die Früchte des gelben Hartriegels. Das gesunde Wildobst wächst wild in Hecken und am Waldrand. Bereits von Februar bis April blüht der Strauch leuchtend gelb, eine hübsche Bienenweide!

Später entwickeln sich etwa zwei Zentimeter große, längliche Früchte, welche etwas wie Oliven aussehen und einen länglichen Kern haben. Sie hängen an dünnen Stielen oft zu mehreren nebeneinander und sind erst grün, gehen über in gelblich-orange, bis hin zu einem satten Rot. 

Kornelkirschen sind ab Mitte August bis Oktober erntereif. Ihr Geschmack ist herb – säuerlich. Bei manchen, hautempfindlichen Menschen löst der Kontakt mit den Blättern leichte Rötung der Haut und Juckreiz aus, also vielleicht beim ersten Kontakt vorsichtig sein. Die Pflanze stammt ursprünglich – vor der ersten Eiszeit – aus dem Kaukasus. Ihr Holz ist durchaus begehrt, denn es ist sehr hart!  (Daher der Name Hartriegel) Das Trojanische Pferd soll daraus gebaut worden sein. Die Speere der mazedonischen Truppen (Phalanx) Alexander d.G. waren aus diesem Holz. Speichen der Wagenräder wurden daraus gedrechselt. Viele der länglichen Kerne dieser Frucht finden sich in Pfahlbauten der Steinzeit. Die Blätter sind hübsch anzusehen: eiförmig und färben sich im Herbst gelb bis orange.

100 Gramm der Steinfrüchte liefern mit bis zu 125 Milligramm doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und enthalten Schleim- und Gerbstoffe. Im Mittelalter wurden die Früchte (und Pflanzenteile) vor allem bei Durchfall eingesetzt. Zudem sind sie ein stärkendes Mittel bei Fieber. Die Sträucher standen in vielen benediktinischen Klostergärten (und nicht nur dort). Hildegard von Bingen erwähnt die Pflanzenteile als Heilbad bei Gicht.

Ausser Vitamin C enthalt sie Vitamin B, sowie Kalium, Kalzium und Magnesium.
Bei Problemen im Magen- und Darmbereich wird die Wirkung der Kornelkirschen sehr geschätzt, genau wie bei Durchfall und Entzündungen. Hierbei wird aber wohl eher ein Aufguss der Rinde gemacht.

Ich möchte mich heute jedoch auf die Frucht konzentrieren. Die Früchte haben nämlich noch einen besonderen Stoff und von dem sehr viel. Dieser ist auch für die Farbgebung der Früchte verantwortlich. Er wirkt wie Antioxidantien und schützen die Zellen in unserem Körper.

Jetzt habe ich so viel über diese Pflanze geschrieben (und es gäbe noch mehr zu berichten), dass ich fast meine Produktion vergessen habe zu schildern.

Etwas umständlich herzustellen sind Trockenfrüchte. Dazu müsst Ihr nämlich das Fruchtfleisch mit einem kleinen Messer vom Kern schneiden. Kein Kirschkern Entsteiner oder ähnliches hilft da.  Ich habe mir die Kerne nach dem Trennen immer noch in den Mund gesteckt, zum Ablutschen. 😊 wenn Ihr keinen Dörrautomaten habt, hilft Euch gerade auch die Sonne beim Trocknen. Ansonsten geht das im Backofen.

Sehr viel einfacher wird es, die Früchte weich zu kochen und dann Kerne vom Fruchtfleisch durch ein Sieb zu trennen oder eine flotte Lotte zu nehmen.

Ich habe einiges an Fallobst an dem Tag gefunden, Wildbirnen und Äpfel. Einmal die „Kirschen“ in einem Topf garen, weich dann durch die Flotte Lotte (oder ein Sieb) und in einem anderen das große Obst (geschält und entkernt natürlich und nach dem Kochen püriert). Gelierzucker entsprechend des Gewichtes/Menge (und Euern Vorlieben) mit allen Früchten zusammen gemischt, aufgekocht und dann verarbeitet in saubere Gläser. Es ist eine relativ zähe Masse, richtig sprudelnd aufkochen konnte ich sie nicht. Aber es ging trotzdem gut.

Der Vorteil an Birnen und Äpfeln ist die Süße zu den herb-säuerlichen Früchten. Wer mag, kann auch noch etwas Zimt zutun. (Auch hier nehme ich Gelierzucker 2:1 und Gelierhilfe um es weniger süß zu machen.)

Ihr könnt übrigens auch Kornellkirschen für Tee trocknen. Theoretisch verbleiben dabei die Kerne in den Früchten. Diese enthalten, wie viele Kerne übrigens, etwas Blausäure, aber sie werden ja nicht aufgeknackt. Außerdem ist die enthaltene Menge sehr gering.

Auch mit Essig oder Alkohol könnt Ihr sie aufsetzen. Hier wurden sie mit etwas Essigmutter, Honig und naturtrüben Apfelsaft in einer kleinen Flasche aufgesetzt. Einfach mal ein Test mit ganzen Früchten.

Marmelade und Essig

Selbstredend kann man auch Saft machen. Aber dafür hole ich noch einmal welche. Natürlich lasse ich auch Früchte hängen (neben denen, die beim Pflücken sowieso runterfallen, übrigens auch eine mögliche Ernte Methode, runterschütteln auf ausgelegten Decken). Denn kleine Säugetiere wie Bilche und viele Vögel fressen sie.

Vielleicht habe ich Euch jetzt Lust gemacht, dieses Wildobst mal zu testen. Für den Garten gibt es übrigens auch spezielle Züchtungen.

Ich verlinke den Beitrag beim DND und Mein Freund der Baum und dem Creativsalat

Sonntagsschätzelein mit zu erwartenden Sternschnuppen (Wünsche)

Hallo Ihr Lieben.

Eine richtige Sommerwochen liegt hinter uns. Nicht einmal ein Tropfen von dem „möglicherweise angekündigtem“ Regen ist gekommen. Na, da haben die NRW Schüler wenigstens noch Mal richtiges Badewetter zum Ende der Ferien.

Das letzte Wochenende lasse ich jetzt mal weg, soll ja um Schönes gehen. Immerhin, beim Hund wirkten die Medikamente. Und das andere Thema scheint sich hoffentlich auch etwas zu bessern.

Immerhin habe ich den Tag, wo der Hund besonders Ruhe brauchte, genutzt für einen Luchs. Ich mag ihn total gern (auch das Tier) und während ich ruhig am Tisch gesessen habe, hat sich auch der Hund beruhigt und hingelegt. (Für sonstige Arbeiten muss man ja auch durchs Haus und überhaupt bewegen, aber wenn der Hund einem am Bein klebt statt zu liegen, gestaltet sich die Arbeit schwierig.)

Die Leinen Trockentücher und ein Shirt sind erwerbbar

Am Balkon musste endlich das restliche Altholz runter, damit das darunter ausgebessert und darauf neu gelegt werden kann. Und im Garten kommen jetzt leckere Gurken und die Tomaten werden rot. Und wir kamen in den Genuss unserer ersten eigenen Feigen. 

Dafür lässt plötzlich die Johannisbeere viele Blätter hängen, als wäre ein Teil abgestorben. Alte Johannisbeeren machen das schon mal, vor allem Hochstämmchen wie meines. Nur ist meines gar nicht alt. Ich habe nun einiges raus geschnitten und wenn es heute keinen Regen mehr gibt, bekommt es Wasser gegossen. Dafür treibt der „Vietnamesische Koriander“ und die „scharfe Pfefferminze“ sowohl im Topf als auch im Wasserglas (Sorte unbekannt, Mitbringsel aus nem Drink letztes Jahr) gut Wurzeln. Gut für den Balkon des Sohnes. Daneben steht ein Strauß Rosen, die ich wieder umsonst bekommen habe, da am Verblühen.

für Astrids Flower Friday Linkparty

Die Holunderbeeren sind auch schon reif. Sogar alle ganz prall dieses Jahr. Aber es sitzen noch keine Amseln in meinem Busch, um sie abzupicken. Das große Ausruhen und die Mauser nach dem Brustgeschäft scheint noch anzudauern. Achtet mal drauf, wenn große Vögel über Euch fliegen, wie vielen eine oder mehrere Federn -sichtbar- fehlen. Vielleicht mache ich auch Essig aus einigen Beeren. Zu den Kornellkirschen habe ich es erst heute morgen geschafft. Was ich genau mache, zeige ich dann noch. Am Donnerstag war der Seniorennachmittag des kath. Teams und es war diesmal eine ökumenische Feier mit „unseren Leuten“ dazu.

Zum Geburtstag von der Schöpferin der Mumins, Tove Jansson, gibt es beim WDR ein kurzes, empfehlenswertes „Zeitzeichen

Eine paar Bücher muss ich Euch noch vorstellen, das habe ich diese Woche nicht mehr geschafft. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben 😊 Gerade lese ich über Caspar David Friedrich einen Roman, der mir bis jetzt sehr gut gefällt. Autobiographisch und über bemerkenswerte Geschichten der Bilder, auch noch nach seinem Tode. Auserdem drei Comics hab ich mir diese Woche „reingezogen“ 😊 Alles sehr unterhaltsam.

Das Wochenende verspricht noch viel warme Sonne und nachts Perseiden Schauer. August eben. Hoffentlich bin ich nicht zu müde, um die nun schon deutlich früher einsetzende Dunkelheit abzuwarten.

Auf das Ihr/wir welche erblicken und Wünsche wahr werden. ☄️

Verlinkt auch beim Samstagsplausch und Sonntagsschätzchen und niwibos sucht…

Augen wie ein Luchs

Hallo Ihr Lieben.

Schön länger schlummert eine Skizze von der größten Wildkatze Europas, dem Luchs, in meinem Büchlein um ihn als Stempel zu schnitzen. Ja, diese kräftige, kompakte und trotzdem elegante Großkatze mit den wunderbaren Pinselohren ist so beeindruckend. Das fanden auch Fürsten und Könige. Es war schick, Luchse tot oder lebendig zu verschenken. Außerdem war er natürlich eine Konkurrenz bei der Hochwildjagd und so wurde der Luchs im 19. Jahrhundert in Mitteleuropa ausgerottet. In den 1970er wurden (fast heimlich) Abkömmlinge der Tiere aus den skandinavischen und weiteren zusammenhängenden östlichen Wäldern im bayrischen Wald ausgesetzt.

Im Gegensatz zum Wolf oder Bär ist die Angst vor diesem Raubtier geringer. (Er ist allerdings auch viel unbekannter.) Ein puscheliges, hübsches Aussehen hilft sicher und Märchen wie vom „bösen Wolf“ fehlen, ebenso. Das liegt aber auch am Jagdverhalten der Großkatze, bei dem Lauerjäger im Wald stehen Schafe, Ziegen oder gar Rinder und Pferde (und noch andere Nutztiere) nicht unbedingt auf der Speisekarte, geschweige denn, dass man sich Menschenübergriffe vorstellen kann. Oft sitzt die Katze lange Zeit oberhalb eines Wildwechsels, um dann das erste Tier, welches des Weges kommt, zu fangen. Dabei kann man auch sicher sein, dass es sich immer das Schwächste raus sucht, wenn mehrere des Weges kommen. Zu Gesicht bekommt man den Jäger auf leisen Pfoten kaum. Selbst in Gehegen muss man den ruhenden Luchs manchmal (vergeblich) suchen. Bei den weiten Wanderungen, die das Männchen hinter sich bringt, ist die „Zivilisation“ natürlich wieder der größte Feind. Nach der Auswilderung waren Luchse Opfer von Menschen (als erstes der Straßenverkehr, aber auch irrtümliche & illegale Abschüsse). Später lernte man daraus und klärte besser vor einer weiteren Auswilderung auf. Übrigens, ein Luchs benötigt ein großes Revier. Für die Aufzucht braucht ein Weibchen bis zu 20.000 Hektar. Männchen beanspruchen manchmal sogar noch mehr für sich. (Was aber kein Wunder ist, denn zB Rehe meiden die Stelle des erfolgten Beuteschlag erst einmal) Als Einzelgänger finden sich die Paare auch nur einmal im Jahr.

Der Ausspruch, „Augen wie ein Luchs“ kommt nicht von ungefähr, die Sinne des Jägers sind hervorragend, besonders eben auch die Augen.

Was auffällt, Wolf und Bär, Fuchs und Dachs haben es viele Male in die Literatur geschafft. Kein einziges Märchen fällt mir mit einem Luchs ein, Euch vielleicht? Auch in Fabeln liest man keine Erzählungen über Luchse. Ist es nicht merkwürdig, dass sein Fell so begehrt war, aber wir sonst kaum etwas von diesem wunderschönen Tier behalten haben?

Mit dem neuen Druck habe ich drei Vintage (unbenutzt) Leinen Trockentücher bedruckt. Wer Interesse hat:

je € 15.95 plus Porto

Demnächst gibt es noch mehr, andere Drucke auf Trockentücher

Graues, klassisches (Herren) Shirt mit V Ausschnitt, Baumwoll, T-Shirt XL für €14.00 plus Porto

Bei Interesse gerne eine Mail an mich, die Textilien wandern in meinen „Marktplatz

Und ich gestehe, eine große Inspiration war diese Künstlerin für mich: https://viktoriaastrom.se/

Euch eine schöne Woche.

Verlinkt beim Creativsalat, Magic Craft, Samstagsplausch

Lauschige Sommertage

Hallo Ihr Lieben.

Man glaubt es kaum. Die Felder sind kaum abgeerntet und die Sonne lässt die Temperaturen steigen. Doch auch Schwüle und Regen bleiben uns erhalten. Seit dem 23. Juli sind die Hundstage angebrochen (bis 23. August und sie haben den Namen vom Stern Sirius, dem Hundestern) Wie schnell das Jahr voranschreitet.

Ich habe beim Radeln durch die Felder Kornellkirschen entdeckt.

noch brauchen sie ein paar Tage Reifezeit, dann werde ich noch mal genauer auf sie eingehen

Diese Sträucher sind besondere Lichtblicke in den Hecken hier und leider selten. Die Früchte müssen noch dunkler werden und essbar sind sie tatsächlich! Sehr gesunde Vitaminbomben mit herben Gerbstoffen. Aber wenn Ihr Euch nicht sicher seid diese Frucht vor Euch zu haben, lasst sie lieber stehen. Es reifen auch genug andere Beeren und Früchte, die man besser kennt. Von den Brombeeren wandern die übrig gebliebenen gleich in den Mund, denn viele waren schon vor mir unterwegs. An Straßen sammel ich sie grundsätzlich nicht und einige sind auch einfach unerreichbar (nicht für die Tiere natürlich und das ist gut so).

Einen Schlenker an der öffentlichen Obstwiese:

Ochsenauge und Fasanen, begreiflicherweise sehr scheu beide.

Im Laden bekam ich die guten Einlegegurken und den entsprechenden Dill. So entstand aus den Blütenständen ein ganz besonderer Hochzeitstagstrauß. Einfach aber besonders und dufte! Genau wir!

Die Birnen von der Wiese ließen sich gut pflücken, sind knackig und dürfen noch ein wenig nachreifen.

Die Woche sonst war gemischt, wie das Leben eben so ist und hier in Kurzform: Jubiläum, Seniorennachmittag mit dem wunderbaren und komischen Thema „Hut“, einem neuen Lebensabschnitt, beunruhigenden Nachrichten, heftig-wechselhaftem Wetter und dem neuen Beitrag zum Jahresprojekt.

Und so zeige ich das grüne Sträußchen bei Astrids Blumenstrauß Sammlung, (leider waren die Sommerastern, gestern neu in der Vase, noch nicht richtig erblüht, dann hättet Ihr auch einen „richtigen“ Strauß bekommen, auch wenn ich persönlich den Dill vorziehe. 😍 Verlinkt auch noch beim DND, niwibos Summer Vibes, Samstagsplausch und Sonntagsschätzchen 

Euch allen ein schönes Wochenende

Putzige Schleichkatzen unter Tage

Hallo Ihr Lieben.

Heute schweife ich mal in die Ferne, oder zum nächsten Zoo. Oder sie „grinsen“ uns auf einer Postkarte an, oder stehen da niedlich als Plastik Gartenfiguren. Dabei sind sie gerissene Jäger mit Superkräften. Diese geselligen Tiere kennt Ihr sicher alle. (Sie leben uA im Gehege im Kölner Zoo, wo immer viele Menschen gern und lange verweilen!)

Erdmännchen (Suricata suricatta) gehören zur Ordnung der Raubtiere – genauer: in die Familie der Mangusten. Sie sind mit den Mardern verwandt und gehören biologisch gesehen zu den Schleichkatzen.

Erdmännchen sind sehr soziale Tiere und teilen sich auch die Arbeit. Während die einen am Bau arbeiten, halten die anderen Ausschau nach möglichen Gefahren. Sie sind tagaktive Tiere und sonnen sich gern in der Nähe ihrer Höhlen, wenn sie nicht gerade unter der Erde mit Buddeln beschäftigt oder auf der Suche nach Nahrung sind.

Erdmännchen als Spielzeug, Grußkartenmotiv und Stempel (geschnitzt von Maike „kleine Viecher“ die leider keine Zeit mehr für ihren schönen Blog hat, von der ich ganz viel gelernt habe!)

Aufmerksam richten sie sich zwischendrin auf, den Schwanz als Stütze genutzt, um nach Jägern wie Falken oder Schlangen zu schauen. Diese typische Position kennen wohl die meisten.

Sie sind ca. 30 cm lang, ihr Schwanz ist fast genau so lang wie sie. Ihre starken Krallen an den Pfoten erleichtern ihnen das Scharren nach Nahrung und die Erbauung der vielen Höhlen. Das Gewicht ausgewachsener Exemplare beträgt zirka 600 bis 900 Gramm.

Das Fell dieser Mangusten ist perfekte Tarnung: grau, beige oder hellbraun mit den  typischen dunklen Querstreifen. Den schwarzen Umrandungen um die Augen, der sogenannte Maske, verdanken die Erdmännchen ihr listiges Aussehen.

Skorpionen, Eidechsen, Spinnen und Eiern, die sie aus der Erde buddeln, aber auch Schlangen oder sogar kleinen Vögeln stehen auf dem Speiseplan. Sie erschnüffeln die Nahrung mit sehr gutem Geruchssinn. Mit den Vorderpfoten wird die Nahrung gehalten. Ihren Wasserbedarf decken sie durch das Fressen von Knollen und Wurzeln, sowie mit Früchten.

Erst mit Aquarellstiften gemalt, dann mit dem neuen Wassertankpinsel bearbeitet

Erdmännchen leben in Kolonien, sogenannte Clans oder Mobs von bis zu 30 Tieren. Diese bestehen aus mehreren Familien. Alle leben gemeinsam in einem Bau. Der wird häufig einfach von Erdhörnchen übernommen und zweckmäßig erweitert. Keine Sorge, Erdmännchen und Erdhörnchen leben friedlich nebeneinander. Etwa 15 Eingänge und Ausgänge, sowie Tunnel und Kammern umfassen die Bauten. Diese bis zu 2 m tiefen Gänge sind auch kühle Zuflucht. Egal, ob es draußen kalt oder heiß ist, in den tieferen Gebieten des Baus herrscht immer eine angenehme Temperatur. Diese Höhlen werden allerdings alle paar Monate gewechselt und dann heißt es wieder: buddeln!

Um beim Graben keinen Sand in die Ohren bekommen, können sie diese verschließen. Genial, oder? Unter Wasser kennen wir so etwas ja von verschiedenen Säugetieren. So ein kleines Tier kann das fünfzigfache seines Körpergewichts an Erde bewegen. Bis zu 400 Löcher in nur einem halben Tag können das werden.

Ihr Lebensraum erstreckt sich über das südlichen Afrika, in der Savanne oder Halbwüste. Es sind übrigens tagaktive Tiere. Bei großer Hitze oder Regen bleiben sie jedoch in den Höhlen unter der Erde, also perfekt für mein Jahresprojekt.

Etwa mit einem Jahr werden sie geschlechtsreif und dreimal im Jahr können die ranghöchsten Weibchen Nachwuchs bekommen. Eher selten bekommen rangniedere auch Junge. Wird dies entdeckt, werden diese Jungen sogar totgebissen. Das sichert den stärksten Nachkommen die besten Chancen und der Clan wird nicht zu groß. Die Tierische Geburtenregelung, bzw Familienplanung erscheint uns sehr hart. Die Tragezeit dauert etwa 77 Tage und es kommen  bis zu vier Junge zur Welt. Sie sind erst blind und taub und werden nun zwei Monate gesäugt. Um dem Nachwuchs dann das Jagen zu lehren, bringt die Mutter sogar Skorpione mit abgebissenen Schwanz nach Hause. Denn obwohl auch die Jungen schon eine gewisse Immunität gegen das Gift haben, kann der Stachel Schaden zufügen. Die gesamte Kolonie unterstützt bei der Aufzucht und dann versteht man die Konzentration auf eine Familie. Erdmännchen können bis zu sechs Jahre alt werden, in Gefangenschaft tatsächlich doppelt so alt.

Es sind sehr soziale Tiere. Sie kuscheln sich gern eng aneinnader, um Körperkontakt zu halten und auch um kranke oder verletzte Erdmännchen kümmert sich die Kolonie und gewährt den Tiere besonderen Schutz. Vielleicht kennt Ihr den schönen Film „Wachter der Wüste“, in dem es vor allem um dieses soziale Leben geht, eine dokumentarische Erzählung.

Das sichert ihnen das Überleben. Wenn ein Teil der Tiere im Bau mit Graben und Buddeln unter der Erde beschäftigt ist, gibt es einige Tiere, die für die Sicherheit zuständig sind, ganz ähnlich, wie wir es hier z.B. von Kaninchen kennen. Wenn die „Luft rein ist“, ist ein langsames, gleichmäßiges Piepen zu hören, mehr wie ein ständiges „Kontakt halten“. Sollten Feinde in Sicht sein, fangen die Wachposten an, zu bellen oder zu pfeifen, dass ist weithin zu hören! Dann heißt es: schnell zum nächsten Erdloch! Sie haben ein ziemlich gutes Gedächtnis und die Position tausender Erdlöcher im Kopf. Erreichen sie keines der Fluchtziele gibt es aber immer noch Plan B: sie werfen sich auf ihren Rücken, zeigen die Zähne und spreizen die Krallen. Sie spielen tot

Bei einer Erdmännchen-Familie haben vor allem die Frauen „das Sagen“, aber es gibt immer ein „herrschendes“ Pärchen. Auch etwas, was viele Rudeltiere gemeinsam haben.

Übrigens, die dunklen Flecken um die Augen sind fast wie eine Sonnenbrille. Sie verhindern, dass die Sonne sie allzu sehr blendet, wenn sie nach Feinde, wie  Falken, Schakale und Schlangen Ausschau halten. Die Fellfärbung des Gesichtes lässt sie immer irgendwie grinsend aussehen.

Ich habe es oben bei der Aufzucht kurz erwähnt, Erdmännchen haben eine (weitere) Superkraft. Sie sind gegen die meisten Schlangen- und Skorpion-Gifte immun.

Auf Englisch heißt das Erdmännchen „meerkat“. Der Begriff meerkat leitet sich vom niederländischen „meer“ (für Teich) und „kat“ (für Katze) ab. Ihr deutscher Name lässt sich von ihrer typischen, aufrechten Haltung herleiten.

In Südafrika werden Erdmännchen gar nicht so gern gesehen, denn ihre weitreichenden Baue zerstören Felder und sie sind als Tollwutüberträger immer noch gefürchtet. Aber bei einigen afrikanischen Kulturen gelten Erdmännchen als „Sonnenengel“, die Dörfer beschützen. Sie sind ein Symbol für Zusammenarbeit, und Gemeinschaft. Also besonders Aussehen und liebenswürdige Geselligkeit sorgen für große Popularität.

Das berühmteste Erdmännchen ist aber wohl Timon, aus Disneys „König der Löwen“, wo es mit seinem besten Kumpel Pumba, einem Warzenschwein, das bekannte Lied „Hakuna Matata“ singt.

Auch in Krimis haben es die Erdmännchen geschafft, in mehreren Fällen von Moritz Mattiesen gehen sie auf Mörderjagd. Es sind frechen Krimis aus dem Berliner Zoo (alles keine Werbung). Auch die detektivischen Erdmannchen-Handpuppen Jan & Henry kennen sicher viele Kinder. So manches andere Bilder- und Kinderbuch beinhaltet die interessanten Tiere.

In der ARD Mediathek gibt es bis 17.8.24 noch eine Doku zu schauen.  Ein wenig zu medialen Stars sind Erdmännchen also  geworden.

Foto aus dem Arnheim Zoo, im Juli 2024, bereitgestellt von Koen S., einem Freund des Sohnes

Ich hoffe, der exotische Ausflug bei dem Jahresprojekt diesen Monat hat Euch auch gut gefallen.

Verlinkt bei der Zitronenfalterin, dem Creativsalat und Magic Craft