Hallo Ihr Lieben.
Heute schweife ich mal in die Ferne, oder zum nächsten Zoo. Oder sie „grinsen“ uns auf einer Postkarte an, oder stehen da niedlich als Plastik Gartenfiguren. Dabei sind sie gerissene Jäger mit Superkräften. Diese geselligen Tiere kennt Ihr sicher alle. (Sie leben uA im Gehege im Kölner Zoo, wo immer viele Menschen gern und lange verweilen!)
Erdmännchen (Suricata suricatta) gehören zur Ordnung der Raubtiere – genauer: in die Familie der Mangusten. Sie sind mit den Mardern verwandt und gehören biologisch gesehen zu den Schleichkatzen.
Erdmännchen sind sehr soziale Tiere und teilen sich auch die Arbeit. Während die einen am Bau arbeiten, halten die anderen Ausschau nach möglichen Gefahren. Sie sind tagaktive Tiere und sonnen sich gern in der Nähe ihrer Höhlen, wenn sie nicht gerade unter der Erde mit Buddeln beschäftigt oder auf der Suche nach Nahrung sind.

Aufmerksam richten sie sich zwischendrin auf, den Schwanz als Stütze genutzt, um nach Jägern wie Falken oder Schlangen zu schauen. Diese typische Position kennen wohl die meisten.
Sie sind ca. 30 cm lang, ihr Schwanz ist fast genau so lang wie sie. Ihre starken Krallen an den Pfoten erleichtern ihnen das Scharren nach Nahrung und die Erbauung der vielen Höhlen. Das Gewicht ausgewachsener Exemplare beträgt zirka 600 bis 900 Gramm.
Das Fell dieser Mangusten ist perfekte Tarnung: grau, beige oder hellbraun mit den typischen dunklen Querstreifen. Den schwarzen Umrandungen um die Augen, der sogenannte Maske, verdanken die Erdmännchen ihr listiges Aussehen.
Skorpionen, Eidechsen, Spinnen und Eiern, die sie aus der Erde buddeln, aber auch Schlangen oder sogar kleinen Vögeln stehen auf dem Speiseplan. Sie erschnüffeln die Nahrung mit sehr gutem Geruchssinn. Mit den Vorderpfoten wird die Nahrung gehalten. Ihren Wasserbedarf decken sie durch das Fressen von Knollen und Wurzeln, sowie mit Früchten.

Erdmännchen leben in Kolonien, sogenannte Clans oder Mobs von bis zu 30 Tieren. Diese bestehen aus mehreren Familien. Alle leben gemeinsam in einem Bau. Der wird häufig einfach von Erdhörnchen übernommen und zweckmäßig erweitert. Keine Sorge, Erdmännchen und Erdhörnchen leben friedlich nebeneinander. Etwa 15 Eingänge und Ausgänge, sowie Tunnel und Kammern umfassen die Bauten. Diese bis zu 2 m tiefen Gänge sind auch kühle Zuflucht. Egal, ob es draußen kalt oder heiß ist, in den tieferen Gebieten des Baus herrscht immer eine angenehme Temperatur. Diese Höhlen werden allerdings alle paar Monate gewechselt und dann heißt es wieder: buddeln!
Um beim Graben keinen Sand in die Ohren bekommen, können sie diese verschließen. Genial, oder? Unter Wasser kennen wir so etwas ja von verschiedenen Säugetieren. So ein kleines Tier kann das fünfzigfache seines Körpergewichts an Erde bewegen. Bis zu 400 Löcher in nur einem halben Tag können das werden.
Ihr Lebensraum erstreckt sich über das südlichen Afrika, in der Savanne oder Halbwüste. Es sind übrigens tagaktive Tiere. Bei großer Hitze oder Regen bleiben sie jedoch in den Höhlen unter der Erde, also perfekt für mein Jahresprojekt.
Etwa mit einem Jahr werden sie geschlechtsreif und dreimal im Jahr können die ranghöchsten Weibchen Nachwuchs bekommen. Eher selten bekommen rangniedere auch Junge. Wird dies entdeckt, werden diese Jungen sogar totgebissen. Das sichert den stärksten Nachkommen die besten Chancen und der Clan wird nicht zu groß. Die Tierische Geburtenregelung, bzw Familienplanung erscheint uns sehr hart. Die Tragezeit dauert etwa 77 Tage und es kommen bis zu vier Junge zur Welt. Sie sind erst blind und taub und werden nun zwei Monate gesäugt. Um dem Nachwuchs dann das Jagen zu lehren, bringt die Mutter sogar Skorpione mit abgebissenen Schwanz nach Hause. Denn obwohl auch die Jungen schon eine gewisse Immunität gegen das Gift haben, kann der Stachel Schaden zufügen. Die gesamte Kolonie unterstützt bei der Aufzucht und dann versteht man die Konzentration auf eine Familie. Erdmännchen können bis zu sechs Jahre alt werden, in Gefangenschaft tatsächlich doppelt so alt.
Es sind sehr soziale Tiere. Sie kuscheln sich gern eng aneinnader, um Körperkontakt zu halten und auch um kranke oder verletzte Erdmännchen kümmert sich die Kolonie und gewährt den Tiere besonderen Schutz. Vielleicht kennt Ihr den schönen Film „Wachter der Wüste“, in dem es vor allem um dieses soziale Leben geht, eine dokumentarische Erzählung.
Das sichert ihnen das Überleben. Wenn ein Teil der Tiere im Bau mit Graben und Buddeln unter der Erde beschäftigt ist, gibt es einige Tiere, die für die Sicherheit zuständig sind, ganz ähnlich, wie wir es hier z.B. von Kaninchen kennen. Wenn die „Luft rein ist“, ist ein langsames, gleichmäßiges Piepen zu hören, mehr wie ein ständiges „Kontakt halten“. Sollten Feinde in Sicht sein, fangen die Wachposten an, zu bellen oder zu pfeifen, dass ist weithin zu hören! Dann heißt es: schnell zum nächsten Erdloch! Sie haben ein ziemlich gutes Gedächtnis und die Position tausender Erdlöcher im Kopf. Erreichen sie keines der Fluchtziele gibt es aber immer noch Plan B: sie werfen sich auf ihren Rücken, zeigen die Zähne und spreizen die Krallen. Sie spielen tot
Bei einer Erdmännchen-Familie haben vor allem die Frauen „das Sagen“, aber es gibt immer ein „herrschendes“ Pärchen. Auch etwas, was viele Rudeltiere gemeinsam haben.
Übrigens, die dunklen Flecken um die Augen sind fast wie eine Sonnenbrille. Sie verhindern, dass die Sonne sie allzu sehr blendet, wenn sie nach Feinde, wie Falken, Schakale und Schlangen Ausschau halten. Die Fellfärbung des Gesichtes lässt sie immer irgendwie grinsend aussehen.
Ich habe es oben bei der Aufzucht kurz erwähnt, Erdmännchen haben eine (weitere) Superkraft. Sie sind gegen die meisten Schlangen- und Skorpion-Gifte immun.
Auf Englisch heißt das Erdmännchen „meerkat“. Der Begriff meerkat leitet sich vom niederländischen „meer“ (für Teich) und „kat“ (für Katze) ab. Ihr deutscher Name lässt sich von ihrer typischen, aufrechten Haltung herleiten.
In Südafrika werden Erdmännchen gar nicht so gern gesehen, denn ihre weitreichenden Baue zerstören Felder und sie sind als Tollwutüberträger immer noch gefürchtet. Aber bei einigen afrikanischen Kulturen gelten Erdmännchen als „Sonnenengel“, die Dörfer beschützen. Sie sind ein Symbol für Zusammenarbeit, und Gemeinschaft. Also besonders Aussehen und liebenswürdige Geselligkeit sorgen für große Popularität.
Das berühmteste Erdmännchen ist aber wohl Timon, aus Disneys „König der Löwen“, wo es mit seinem besten Kumpel Pumba, einem Warzenschwein, das bekannte Lied „Hakuna Matata“ singt.
Auch in Krimis haben es die Erdmännchen geschafft, in mehreren Fällen von Moritz Mattiesen gehen sie auf Mörderjagd. Es sind frechen Krimis aus dem Berliner Zoo (alles keine Werbung). Auch die detektivischen Erdmannchen-Handpuppen Jan & Henry kennen sicher viele Kinder. So manches andere Bilder- und Kinderbuch beinhaltet die interessanten Tiere.
In der ARD Mediathek gibt es bis 17.8.24 noch eine Doku zu schauen. Ein wenig zu medialen Stars sind Erdmännchen also geworden.

Ich hoffe, der exotische Ausflug bei dem Jahresprojekt diesen Monat hat Euch auch gut gefallen.
Verlinkt bei der Zitronenfalterin, dem Creativsalat und Magic Craft



















